Datenspaziergang Universität Mannheim 2026
MobiData BW® Datenspaziergang in Mannheim - Wie Daten die Verkehrswende voranbringen
Was ist eigentlich ein Datenspaziergang?
Bei dieser Art des Spazierens begibt man sich im öffentlichen Raum - auf Plätzen und Straßen oder an ÖPNV-Haltestellen - auf eine Entdeckungstour zu sogenannten Mobilitätsdaten. Es werden verschiedenen Standorte abgelaufen, an denen über digitale Sensoren und Zähler sowie zu verschiedenen Mobilitätsangeboten digitale Daten erhoben werden. Neben der Frage, wie Mobilitätsdaten entstehen, geht es vor allem auch um die Frage, wie offene Mobilitätsdaten nachhaltige und klimafreundliche Mobilität unterstützen können und über mehr multimodale Mobilität zur Erreichung der Verkehrswendeziele beigetragen werden kann.
Route des Datenspaziergangs▶
Station 1: Begrüßung, Fahrplandaten, Fahrgastzahlen▶
An dieser ersten Station thematisieren wir die Entstehung und Verarbeitung von Fahrplandaten beim Verkehrsverbund Rhein-Neckar, die Verarbeitung von Fahrgastinformation & Echtzeitdaten bei der rnv und wie Fahrgastzähldaten bei der rnv erfasst und verarbeitet werden.
Fahrplandaten
Die Entstehung von Fahrplänen ist ein komplexer Prozess, bei dem Aufgabenträger, Verkehrsplaner und Verkehrsunternehmen beteiligt sind. Der VRN koordiniert hierbei 24 Stadt- und Landkreise in drei Bundesländern sowie mehr als 60 Verkehrsunternehmen. Änderungen finden praktisch täglich statt. Der VRN ist dabei nicht nur organisatorisch, sondern auch technisch eine zentrale Datendrehscheibe, in der Daten der Verkehrsunternehmen gesammelt, homogenisiert und weitergegeben werden. Die homogenisierten Daten werden wieder zurück an die Verkehrsunternehmen, an Landes- oder nationale Datendrehscheiben oder auch als Open Data an die Öffentlichkeit gegeben (https://opendata.vrn.de und https://geoportal.vrn.de).
Landesweit gebündelte Fahrplandaten bei MobiData BW:
Soll-Fahrplandaten Baden-Württemberg mit Linienverlauf
Soll-Fahrplandaten S- und U-Bahnen Baden-Württemberg mit Linienverlauf
Soll-Fahrplandaten Verkehrsverbünde Baden-Württemberg (einzeln) mit Linienverlauf
Fahrgastinformation & Echtzeitdaten bei der rnv
Die rnv als Mobilitätsdienstleister möchte nicht nur einen möglichst zuverlässigen Bus- und Bahnbetrieb anbieten, sondern auch umfassend über die Abfahrten an den Haltestellen informieren - egal, ob die Fahrt pünktlich oder verspätet ist. Manchmal genügt aber die reine Information der Abfahrtszeit nicht - etwa, wenn es einen Unfall oder eine Fahrwegversperrung gibt. In einem solchen Fall sind Textmeldungen notwendig und hilfreich, die Hintergründe erklären und auf Änderungen und Alternativen hinweisen. In diesem Block geht es also genau darum: Wie kommen die Echtzeitdaten aus den Fahrzeugen in die App, den Anzeiger an der Haltestelle oder zu Google Maps? Welche Schritte sind notwendig, um Fahrgastinformationen zu erstellen und bereitzustellen? Und vielleicht noch spannender: Wieso funktioniert all das manchmal nicht so, wie wir uns das alle wünschen würden? Am Ende gibt es noch ein kleines Schmankerl für all diejenigen, die selbst aktiv werden und positive Beispiele umsetzen möchten: Das rnv-OpenData-Angebot mit unseren Live-Informationen zu Abfahrten und Tickermeldungen: https://www.rnv-online.de/unternehmen/open-data/
Abbildung :Abfahrtsmonitor den VRN am Beispiel der Haltestelle Mannheim, Schloss aufrufbar via https://www.vrn.de/mng/#/XSLT_DFI_REQUEST@settings oder https://www.vrn.de/mng/#/XSLT_DM_REQUEST
Fahrgastzahlen
Als dritter Themenschwerpunkt wird an der ersten Station das Thema Fahrgastzähldaten thematisiert werden. Wo kommen die Daten her, welchen Weg nehmen sie und wofür werden sie verwendet? Welchen Herausforderungen muss sich das Team der Fahrgasterhebung stellen? Ein kurzer Einblick in das Thema soll die Station 2 an der Haltestelle "Universität" geben.
Abbildung: Screenshot des Fahrgastzahlen Dashboards des VRN (leider nur für Aufgabenträger zugänglich).
Station 2: Daten zum Umweltverbund▶
Shared Mobility spielt eine immer größere Rolle in der Mobilitätswelt. Sie kann helfen, die Abhängigkeit von einzelnen Verkehrsmitteln – insbesondere vom privaten Auto – deutlich zu reduzieren und vor allem in Kombination mit dem ÖPNV eine Ergänzung für die letzte Meile und das finale Ziel darzustellen bzw. weniger gut vom Nahverkehr erschlossene Bereiche anzubinden. Eine Herausforderung ist dabei, die Vielzahl an Sharing-Angeboten in einer Stadt, die mit vielen anderen Nutzungsansprüchen im öffentlichen Raum konkurrieren, sinnvoll zu koordinieren und mit dem ÖPNV zu verknüpfen. Bei free-floating-Systemen, wie den E-Tretrollern, kommt die Problematik der ordnungsgemäßen Abstellung hinzu. Gleichzeitig bietet die Sharing-Mobilität die Möglichkeit, hilfreiche Daten zu generieren, die bisher nicht ausreichend erkannte Mobilitätsbedarfe in der Verkehrsplanung aufdecken können. Die Mobilstationen von VRN und Stadt Mannheim helfen einerseits, die Sharing-Mobilität als Ergänzung zum ÖPNV im öffentlichen Raum besser sichtbar zu machen. Gleichzeitig tragen sie mit ihren fest definierten Abstellflächen dazu bei, den öffentlichen Raum zu ordnen.
Bei der Regulierung von Sharing-Mobilität und der Auswertung von Daten helfen wiederum Dashboards. Diese können exakt erfassen, in welchen Bereichen die Nachfrage nach entsprechenden Angeboten am größten ist. Gleichzeitig können über die Systeme Abstellverbotszonen definiert und Verstöße dagegen erkannt werden.
Leitfäden des VRN zu Mobilstationen und zur Sharingmobilität
Landesweit gebündelte Datensätze zu Sharing-Angeboten können kommunen- und Verkehrsverbundübergreifend in Routing-Services eingebunden werden und unterstützten damit die bessere Nutzung des Umweltverbundes:
Gebündelte Daten Carsharing Baden Württemberg
Gebündelte Daten Bikesharing Baden-Württemberg
Gebündelte Daten E-Scooter-Sharing Baden-Württemberg
Kartenvisualisierungen bei MobiData BW®:
Station 3: Echtzeitdaten, MIV und Parkraum▶
Gerade die Echtzeitverspätungsdaten sind von großer Wichtigkeit, um multimodales Reisen für die Bürger:innen im Vergleich zum Reisen rein mit dem Auto so zu gestalten, dass Klimaschutzaspekte mit Kostenvorteilen und Bequemlichkeitsaspekten kombiniert werden können.
Der Echtzeit-Abfahrtsmonitor für die Haltestelle Hauptbahnhof in Mannheim:
Für die Abfragen zu einzelnen Verbindungen wie auch zu Abfahrten an einzelnen Haltepunkten macht die NVBW basierend auf der Datengrundlage der Verkehrsverbünde bzw. Verkehrsunternehmen landesweit im zeitlichen Nahbereich auch Prognose- und Echtzeitinformationen zu einzelnen Fahrten verfügbar.
Hier geht es zum MobiData BW® Abfahrtsmonitor.
Landesweit Gebündelte Daten Parkplätze und Parkbauten Baden-Württemberg, deren Standorten und den jeweiligen Echtzeitbelegungen tragen zur Reduktion des Parksuchverkehrs bei und erleichtern den Umstieg auf den ÖPNV. Der Datensatz umfasst Parkhäuser & Tiefgaragen, P+R-Anlagen an Haltepunkten sowie öffentliche Plätze mit Parkplätzen (mit und ohne Parkraumbewirtschaftung).
Kartenvisualisierungen bei MobiData BW®:
Die Erhebung und Auswertung von Daten zur Parkhausauslastung haben Steuerungs- und Planungsrelevanz. So können zum einen Echtzeitdaten über Parkhausauslastung über Routingsysteme und dem Parkleitmanagementsystem der Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden, um schnellstmögliche Auffinden eines Parkplatzes zu unterstützen. Dies reduziert den Parksuchverkehr. Zum anderen erlaubt die Analyse der historischen Daten zur Parkhausauslastung eine datenbasierte Einschätzung des Parkraumbedarfs und damit eine Fundierung von Planungsprozessen.
Der Datensatz Gebündelte Daten Straßen-Parkplätze Baden-Württemberg bündelt landesweit Standortinformationen und, wenn vorhanden, Echtzeit-Belegungsdaten zu Parkmöglichkeiten im öffentlichen Straßenraum in Baden-Württemberg. Dies umfasst nicht bewirtschafteten Parkraum am Fahrbahnrand sowie bewirtschaftete und ggf. geordnete Parkstände am Fahrbahnrand oder im Seitenraum. Sonderparkplätze wie Behindertenparkplätze, Carsharing-Stellplätze, Familienparkplätze oder Plätze mit Lademöglichkeit gehören ebenfalls dazu.
Kartenvisualisierungen bei MobiData BW®:
In Mannheim wurden 250 allgemeine Schwerbehindertenparkplätze mit Sensoren ausgestattet, die mithilfe von Radar- und Magnetfeldmessung den Belegungsstatus erfassen. Die Echtzeit-Daten werden als Open Data auf einer digitalen Karte, im Mobilitätsportal und zukünftig in einer App bereitgestellt. Dadurch wird die Stadt barrierefreier und leistet einen wichtigen Beitrag zur sozialen Teilhabe für Menschen mit Einschränkung.








