MobiData BW Datenspaziergang in Heilbronn
Was ist eigentlich ein Datenspaziergang?
Bei diesem Spaziergang entdecken die Teilnehmenden Mobilitätsdaten im öffentlichen Raum - etwa auf Plätzen, Straßen oder an ÖPNV-Haltestellen. Sie besuchen Standorte, an denen Sensoren, Zähler oder digitale Mobilitätsangebote Daten erfassen. Dabei erfahren sie, wie Mobilitätsdaten entstehen und wie offene Daten nachhaltige, klimafreundliche und multimodale Mobilität fördern können.
Route des Datenspaziergangs
Station 1: Begrüßung & Vorstellung MobiData BW® (Harmonie)▶
Moderne Mobilität vernetzt Verkehrsmittel. Damit der Umstieg zwischen Bus, Bahn, Sharing, Fahrrad und Auto funktioniert, sind Informationen notwendig. Offene Mobilitätsdaten ermöglichen digitale, übergreifende Auskunftssysteme. Sie verbinden vorhandene Angebote und machen nachhaltige Mobilität einfach nutzbar.
MobiData BW® bündelt Mobilitätsdaten aus Kommunen, Verkehrsverbünden und von privaten Anbietern. Für Datenanwender entsteht damit ein zentraler Zugang zu vielfältigen Informationen.
Die Plattform stellt unter anderem Parkinformationen, Sharing-Angebote, Fahrradabstellanlagen, E-Ladeinfrastruktur, Taxi-Standorte, Baustellenmeldungen sowie Fahrplandaten des öffentlichen Verkehrs bereit – vielfach in Echtzeit. Durch standardisierte Formate können diese Daten direkt über Schnittstellen genutzt werden. Das beschleunigt die Entwicklung von Anwendungen für Fahrgastinformation, kommunale Planungen und neue Mobilitätsservices.
Viele Akteure profitieren von der Datenbasis: Kommunen erhalten eine Grundlage für ihre Planungen, Mobilitätsanbieter erhöhen die Sichtbarkeit ihrer Angebote und können diese einfach vernetzen. Unternehmen und Forschung greifen auf harmonisierte landesweite Datensätze zu, um Anwendungen zu entwickeln oder Mobilität zu analysieren.
Station 2: Park-Daten & Ladeinfrastruktur-Daten (Quartiersgarage und Mobilitätshub Neckarbogen)▶
Parkplätze und Parkbauten werden sowohl von Kommunen als auch von privatwirtschaftlichen Unternehmen betrieben und die Daten zu Standorten und Echtzeitbelegungen von diesen bei MobiData BW® bereitgestellt.
Diese Daten sind nicht nur für die Planung von Parkraumangeboten wichtig, sondern offene Belegungsdaten von Parkplätzen und Parkbauten tragen auch zur Reduktion des Parksuchverkehrs bei bzw. können den Umstieg auf den ÖPNV erleichtern.
Der landesweit gebündelte Datensatz Gebündelte Daten Parkplätze und Parkbauten Baden-Württemberg, umfasst Parkhäuser & Tiefgaragen, Park and Ride-Anlagen (P+R) an Haltepunkten sowie öffentliche Plätze mit Parkplätzen (mit und ohne Parkraumbewirtschaftung). Enthalten sind Informationen zum Standort, zu eventuell vorhandenen Sonderparkplätzen sowie teilweise ergänzend auch die Echtzeitbelegungssituation.
Kartenvisualisierungen bei MobiData BW®:

Der Datensatz Gebündelte Daten Straßen-Parkplätze Baden-Württemberg bündelt landesweit Informationen zur Lage von Parkmöglichkeiten im öffentlichen Straßenraum in Baden-Württemberg und, wenn vorhanden, auch die zugehörigen Echtzeit-Belegungsinformationen.
Der Datensatz umfasst nicht bewirtschafteten Parkraum am Fahrbahnrand sowie bewirtschaftete und ggf. geordnete Parkstände am Fahrbahnrand oder im Seitenraum.
Sonderparkplätze wie Behindertenparkplätze, Carsharing-Stellplätze, Familienparkplätze oder Plätze mit Lademöglichkeit gehören ebenfalls dazu.
Um die E-Mobilität zu unterstützen ist der Ausbau von E-Ladeinfrastruktur und in der Folge die Beauskunftung zu Status und Verfügbarkeit von E-Ladesäulen von großer Bedeutung. Viele Daten, beispielsweise zu der Belegung von Ladesäulen, kommen von den Betreibern der jeweiligen Infrastruktur. Dennoch ist es relevant, auch diese Daten zu erhalten. Statische Daten zu Ladesäulen bezieht MobiData BW® vom nationalen Ladesäulen-Register der Bundesnetzagentur. Dynamische Mobilitätsdaten mit Informationen zur Verfügbarkeit in Echtzeit stellt der jeweilige Betreiber bereit.
Kartenvisualisierungen bei MobiData BW®:

Über den landesweit gebündelten Datensatz E-Ladesäulen werden so sowohl Daten zu Standorten und Eigenschaften der E-Ladesäulen als auch zu Betriebszustand und Echtzeitverfügbarkeit der Ladepunkte verfügbar gemacht.
Über diesen Datensatz können die Standorte und Verfügbarkeiten anbieterunabhängig sichtbar gemacht werden, was letztlich zur Förderung des Autoverkehrs mit E-Antrieb beiträgt.
Station 3: Fahrradzähl-Daten (Neckarbogen)▶
Landesweite Daten zum Fahrradverkehr machen die Erreichung der Verkehrswendeziele messbar, erlauben einen optimalen Ausbau der Fahrradinfrastruktur und können politische Debatten versachlichen.
Kartenvisualisierungen bei MobiData BW®:

Station 4: E-Scooter- & Car-Sharing-Daten (Lohtorstraße)▶
Auch die Daten zur Verfügbarkeit und zu Standorten von E-Scootern werden nicht direkt von der Stadt erhoben, sondern stammen von privaten Anbietern. Dennoch sind sie wichtig für die Analyse urbaner Mobilität und die Planung nachhaltiger Angebote im öffentlichen Raum. Diese Informationen lassen sich auch z.B. in ÖPNV-Auskunfts-Apps integrieren. So kann etwa die VVS-App zeigen, ob an der Ziel-Haltestelle ein E-Scooter bereitsteht, um die letzten Meter bis nach Hause oder zum Termin zurückzulegen. Die Rolle von Datenplattformen zur Bündelung dieser Informationen und die Nutzung der Daten durch die Stadtverwaltung stehen im Fokus dieser Station.
Über den landesweit gebündelten Datensatz E-Scooter-Sharing werden anonymisierte Live-Daten zu Standorten, Batteriestand und Verfügbarkeit von E-Scootern verschiedener Anbieter bereitgestellt. Diese Daten erlauben eine anbieterunabhängige Übersicht darüber, wie E-Scooter im städtischen Raum verteilt sind und genutzt werden. Damit und mithilfe von Rückmeldungen aus der Bürgerschaft definiert das Team Mikromobilität der Landeshauptstadt Stuttgart vor allem in der Innenstadt einerseits ein Netz an ausgewiesenen Abstellzonen und andererseits größere Geofencingzonen, in denen die E-Scooter nicht abgestellt werden dürfen. So lässt sich die multimodale und flexible Mobilität fördern und gleichzeitig konfliktarm im Stadtraum integrieren.
Kartenvisualisierung mit E-Scootern, Geofencing-Zonen und Abstellflächen bei MobiData BW®:
In Heilbronn sind E-Scooter und E-Bikes seit mehreren Jahren Teil des städtischen Mobilitätsangebots. Sie ermöglichen insbesondere auf kurzen Strecken eine flexible Alternative zum Auto und können den öffentlichen Nahverkehr auf der sogenannten ersten und letzten Meile ergänzen. Aktuell stehen im Stadtgebiet rund 600 E-Scooter und 300 E-Bikes des Anbieters Dott zur Verfügung.

Eine wichtige Rolle bei der Steuerung des Abstellens von Sharing-E-Scootern und -E-Bikes spielt das sogenannte Geofencing. Dabei werden geografisch abgegrenzte Bereiche digital hinterlegt und mit bestimmten Regeln verknüpft. So können beispielsweise Parkverbotszonen definiert werden, in denen Nutzerinnen und Nutzer die Ausleihe eines Fahrzeugs nicht beenden können. Zulässige Abstellflächen können wiederum als digitale Parkzonen innerhalb solcher Sperrbereiche eingerichtet werden.
Auch in Heilbronn wird dieses Prinzip eingesetzt. Im Stadtgebiet bestehen verschiedene digitale Park- und Parkverbotszonen. Einen besonderen Anwendungsfall bilden die Sharingstationen: In ihrem Umfeld sind Sperrzonen eingerichtet, sodass die Ausleihe grundsätzlich nur an den dafür vorgesehenen Abstellflächen beendet werden kann. Viele dieser Stationen sind zusätzlich durch farbige Bodenmarkierungen und Hinweisschilder im Straßenraum sichtbar gekennzeichnet. Diese physischen Markierungen erleichtern den Nutzerinnen und Nutzern die Orientierung und ergänzen die digitale Abgrenzung, deren Positionsbestimmung technisch bedingt gewisse Ungenauigkeiten aufweisen kann. Auf diese Weise verbindet das System digitale Vorgaben mit einer klar erkennbaren Gestaltung vor Ort und trägt zu einem geordneten Abstellen der Sharing-Fahrzeuge bei.

Viele Nutzungsdaten rund um Carsharing-Angebote in Städten stammen nicht direkt aus kommunaler Hand, sondern werden direkt von den jeweiligen Mobilitätsanbietern bereitgestellt - häufig auch mit Informationen über die aktuelle Verfügbarkeit der Fahrzeuge. MobiData BW® fasst die Daten aller Sharingangebote im Land im einheitlichen GBFS-Format zusammen und stellt sie als Open Data zur Nutzung bereit.

Der landesweit gebündelte Datensatz Carsharing stellt aktuelle Daten zu verfügbaren Carsharing-Fahrzeugen verschiedener Anbieter bereit – einschließlich Standort, Fahrzeugtyp und Kraftstoff-/Ladestand. Diese Daten ermöglichen eine anbieterübergreifende Übersicht über die Verfügbarkeit von Carsharing-Fahrzeugen im öffentlichen Raum. Sie lassen sich in ÖPNV-Apps wie die bwegt-Fahrplanauskunft integrieren, so dass etwa Bahnreisende vorab sehen, ob an ihrem Zielort eine Weiterfahrt im Sharing-Auto möglich ist. Damit tragen die Daten dazu bei, die geteilte Mobilität in den Umweltverbund zu integrieren und Reisen mit Bus, Bahn und Anschlussmobilität zu vereinfachen.
Visualisierung der Sharingangebote:


Neuerdings werden Sharingangebot für Autos, E-Scooter und Fahrräder in immer mehr ÖPNV-Apps angezeigt. Die landesweite App der bwegt-Fahrplanauskunft und die neue VVS-App integrieren die Standorte von Sharingangeboten auf ihren Umgebungskarten. So findet sich bei der Ankunft mit Bus oder Bahn direkt ein Sharingfahrzeug, etwa für die letzte Meile zum Ziel.